Ergebnisse: RELATE-Studie zur Lebensqualität bei Tumorerkrankungen

Insgesamt haben 629 Teilnehmende die Umfrage vollständig ausgefüllt. Herzlichen Dank dafür!

© Nina Krenkers

RELATE – Welchen Einfluss haben die Fähigkeit zur Selbstfürsorge und andere Persönlichkeitsmerkmale auf die Lebensqualität während und nach einer Tumorbehandlung? So lautete die Umfrage die von Januar 2025 bis Juli 2025 auf fragdiepatienten.de durchgeführt worden ist. Insgesamt nahmen 629 Patientinnen und Patienten teil.

Die RELATE-Studie untersucht mögliche Zusammenhänge unter anderem zwischen gesellschaftlichen Rollen, Selbstfürsorge, Umgang mit der Krebserkrankung und Lebensqualität. Darauf aufbauend können im nächsten Schritt weiterführende Projekte konzipiert werden, mit dem Ziel, bisher möglicherweise diesbezüglich unterversorgten Patientinnen und Patienten Unterstützungsangebote passend für individuelle Lebensumstände anzubieten.

Unter den Befragten waren Menschen mit vielen verschiedenen Krebserkrankungen. Mit Abstand am häufigsten waren unter unseren Teilnehmenden Betroffene von Brustkrebs (Abbildung 1.)

Abbildung 1. Angaben der Befragten zur Tumorart

Abbildung 2. Angaben der Teilnehmenden zu ihrem Familienstand

19 % der Befragten befanden sich zum Zeitpunkt der Befragung in Tumortherapie, 81 % haben ihre Tumortherapie bereits seit 0,5 bis 29 Jahren abgeschlossen. Die sozialen und familiären Gegebenheiten beispielsweise in Bezug auf den Familienstand waren ebenfalls sehr heterogen (Abbildungen 2. und 3.):

Abbildung 3. Angaben der Teilnehmenden zur Anzahl eigener Kinder

Abbildung 4. Zusammenhang zwischen den Angaben zu sozialer Unterstützung und Lebensqualität der Befragten. Personen mit stärkerer sozialer Unterstützung weisen tendenziell eine bessere Lebensqualität auf

Die Umfrage konnte also eine breite, diverse Gruppe von Patientinnen und Patienten mit Tumorerkrankungen erreichen, sodass wir im nächsten Schritt der Datenanalyse mehrere konkrete Fragestellungen untersuchen können, wie diese Gegebenheiten miteinander und mit dem Umgang mit der Krebserkrankung zusammenhängen. Bereits zeigt die vorläufige Untersuchung, dass es hohe Zusammenhänge zwischen Facetten der Selbstfürsorge und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, sowie moderate bis hohe Zusammenhänge sozialer Unterstützung und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität gibt (Abbildung 4.).

Als vertiefende Fragestellungen möchten wir uns zum Beispiel anschauen:

Beim Vorhandensein welcher persönlichen und zwischenmenschlichen Ressourcen (z.B. Selbstfürsorge oder erlebte soziale Unterstützung) wird während einer Krebserkrankung weniger Stress erlebt? Welche Patient:innengruppen sind besonders belastet während bzw. nach einer Krebserkrankung? Welche Faktoren hängen mit der Annahme von psychoonkologischer Unterstützung zusammen? Welche Interventionen könnten nützlich sein, um die Lücke zwischen Bedarf und Nutzung psychoonkologischer Unterstützung zu schließen? Die Analysen werden voraussichtlich 2026 abgeschlossen und zur Publikation eingereicht.