Ergebnisse: Früherkennung von Tamoxifen-assoziiertem Uteruskrebs: Was ist für Brustkrebspatientinnen wichtig?

Insgesamt 163 von Ihnen haben an unserer Umfrage zu Erfahrungen rund um Brustkrebs und die Behandlung mit Tamoxifen teilgenommen – wir bedanken uns herzlich dafür!

© Luk Yumisa Sophie Ellinger

Früherkennung von Tamoxifen-assoziiertem Uteruskrebs: Was ist für Brustkrebspatientinnen wichtig? So lautete die Umfrage die von Mai 2024 bis März 2025 auf fragdiepatienten.de durchgeführt worden ist. Insgesamt nahmen 163 Patientinnen teil, davon 154 mit einer Brustkrebsdiagnose, von denen 128 eine Tamoxifen-therapie erhielten.

Viele Brustkrebspatientinnen wünschen sich im Zusammenhang mit einer Tamoxifenbehandlung mehr Informationen zu der bekannten, aber seltenen Risikoerhöhung für Gebärmutterkrebs und zeigen sich offen für mögliche zukünftige Untersuchungsansätze zur Früherkennung. Tamoxifen ist eine bewährte und wichtige Therapie bei Brustkrebs, die insgesamt als sicher gilt und nachweislich hilft, Leben zu retten. In sehr seltenen Fällen kann sich unter der Behandlung Gebärmutterkrebs entwickeln; insgesamt ist das Risiko dafür aber nur gering erhöht, und die Vorteile der Behandlung überwiegen deutlich. Ziel dieser Umfrage war es, Erfahrungen und Einschätzungen von Patientinnen unter Tamoxifentherapie zu sammeln, um Informationsangebote weiter zu verbessern und die Einnahme von Tamoxifen künftig weiter zu optimieren.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse:

  • Was Patientinnen bei einer Tamoxifenbehandlung wichtig ist: Viele mit Tamoxifen behandelte Patientinnen wünschten sich mehr Informationen zu der bekannten, aber seltenen Risikoerhöhung für Gebärmutterkrebs. In unserer Umfrage fühlten sich etwa 6 von 10 der Befragten bisher nicht ausreichend informiert (Abb. 1).
  • Offenheit für Früherkennungsuntersuchungen: Fast alle der mit Tamoxifen behandelten Patientinnen (96%) würden schonende, nicht-invasive Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterkrebs in Anspruch nehmen, falls solche Angebote zur Verfügung stünden (Abb. 2).

Abbildung 1. Das Balkendiagramm zeigt, wie mit Tamoxifen behandelte Patientinnen ihre Aufklärung über das seltene Risiko von Gebärmutterkrebs einschätzten. Die Höhe der Balken gibt an, wie häufig die einzelnen Antworten genannt wurden; kleine Markierungen an den Balken verdeutlichen, dass die Ergebnisse, wie bei Umfragen üblich, mit einer geringen statistischen Unsicherheit verbunden sind. Quelle: Kübler Lab, Berlin Institute of Health at Charité (BIH).

Abbildung 2. Das Balkendiagramm zeigt, wie mit Tamoxifen behandelte Patientinnen nicht-invasive Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung des selten auftretenden Gebärmutterkrebs in Anspruch nehmen würden. Die Höhe der Balken gibt an, wie häufig die einzelnen Antworten genannt wurden; kleine Markierungen an den Balken verdeutlichen, dass die Ergebnisse, wie bei Umfragen üblich, mit einer geringen statistischen Unsicherheit verbunden sind. Quelle: Kübler Lab, Berlin Institute of Health at Charité (BIH).


Fazit und Ausblick:

Die dargestellten Ergebnisse beruhen auf einer zeitlich begrenzten Umfrage und geben die Einschätzungen der teilnehmenden Patientinnen wieder; sie erlauben keine direkten Rückschlüsse auf medizinische Empfehlungen oder notwendige Vorsorgemaßnahmen. Die Umfrage zeigt jedoch deutlich, welche Fragen Brustkrebspatientinnen im Zusammenhang mit einer Tamoxifenbehandlung beschäftigen. Diese Erkenntnisse können dazu beitragen, Informationsangebote künftig verständlicher und gezielter zu gestalten. Unabhängig von der Umfrage konnten wir in einer aktuellen wissenschaftlichen Studie neue Einblicke in die Wirkweise von Tamoxifen gewinnen (siehe: https://www.nature.com/articles/s41588-025-02308-w). Solche Erkenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung, um langfristig zu prüfen, ob daraus neue und schonende Ansätze zur Risikoeinschätzung oder Früherkennung entwickelt werden können. Ob und wann solche Ansätze für Patientinnen relevant werden könnten, ist derzeit Gegenstand weiterer Forschung.